Mountainbike-Fahrtechniktraining  

Am 1.Mai fanden sich sieben Mountainbiker mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen bei Gerd Kammerer in Mainleus ein, um ihr radfahrerisches Können zu erweitern. Auf der nahe gelegenen Schulsportanlage fanden wir optimale Bedingungen vor.   Es begann recht harmlos: nach einem Bike-Check sollten wir in einem abgegrenzten Feld kreuz und quer durcheinander fahren und uns dabei mit Handschlag begrüßen. Dann jedoch wurde das durch ein Seil begrenzte Feld immer kleiner, so dass am Ende nur ein Fahrer übrig blieb, der die Grenze nicht überfuhr. Die nächsten Übungen waren beidseitiges Auf- und Absteigen vom Rad, Fahren auf nur einem Pedal, Beschleunigen, Bremsen und Stehversuche: wir sollten mit dem Rad möglichst lange stehen bleiben, ohne umzufallen. Hier stellten sich bei allen Teilnehmern schon erste Erfolge ein. Bei den Gleichgewichtsübungen waren die Unterschiede größer: während es manche tatsächlich schafften, während der Fahrt einen Tennisball vom Boden aufzuheben, gelang es anderen grade mal, eine aufgestellte Trinkflasche zu berühren und umzuwerfen… Die Mittagspause verbrachten wir im Garten der Familie Kammerer, wo uns Gerd mit lecker belegten Brötchen und Apfelsaft verwöhnte. Am Nachmittag ging es weiter mit Bremsen vorne und hinten, bergauf und bergab, Ablegen von Tennisbällen auf aufgestellten Pylonen, lustigen Staffeln und Fahren auf schmalen Brettern. Lernerfolge wurden von unserem Oberlehrer mit fein abgestuftem Lob von „gut“ und „sehr gut“ bis „klasse“ und „prima“ gewürdigt. Einmal gab es sogar ein „optimal“! Doch wirklich zufrieden war er selten: wenn manche von uns schon froh und glücklich waren, eine Übung auf dem untersten Level geschafft zu haben, kam sofort die Anweisung, es jetzt mit höherer Geschwindigkeit, engerem Kurvenradius, noch mehr Gewichtsverlagerung oder sonstigen Erschwernissen zu versuchen. Diese Taktik führte zu schönen Erfolgen, aber auch zu der oft gemachten Bemerkung der Schüler: Irgendwas ist immer! Der Abend des 1.Mai klang gemütlich beim Grillen und etlichen Schnäpsen aus.   Am zweiten Tag durften wir unsere Fähigkeiten im Kurvenfahren optimieren, zunächst in der Ebene, dann auch bergauf und bergab. Gerd gab uns wichtige Hinweise („immer in die Richtung schauen, in die ihr fahren wollt!“), was zu manchem Aha-Erlebnis führte und uns Kurven fahren ließ, die wir nicht für fahrbar gehalten hatten. Außerdem brachte er uns die „4 Ls“ des Mountainbikers nahe: Lenker festhalten, laufen lassen, locker bleiben, lächeln! Nach der Mittagspause kam die letzte Lerneinheit: Überwinden von Hindernissen. Wieder brachte uns Gerd mit langsamem Steigern der Anforderungen zu ungeahnten Erfolgen. Erst fuhren wir über dünne und dicke Bretter, dann über eine oder gar zwei Paletten. Schließlich die Krönung des Ganzen: das Herabfahren einer langen Treppe mit bis zu vier Stufen hintereinander. Und siehe da: sogar die Teilnehmerin, die am Mittag noch gesagt hatte „Hier fahr ich NIE IM LEBEN runter“, bewältigte die neue Herausforderung und ergatterte ein dickes Lob vom Coach. Gerd sei Dank, der uns mit seinen Motivationskünsten (und tatkräftiger Hilfestellung) zu solchen Kunststücken führte.   Für den dritten Tag hatte Gerd eine Ausfahrt in die Umgebung vorbereitet. Bei kaltem, aber trockenem Wetter ging es über Prötschenbach auf kleinsten Pfaden und mit herrlichen Ausblicken an Wernstein und Veitlahm vorbei bis zum Patersberg. Geduldig ertrugen wir die „aufmunternden“ Worte unseres Lehrers („Hier kann doch jeder fahren!“ an einer Steilstelle, die er als einziger ohne abzusteigen bewältigte!). Am Gipfel wartete die größte Herausforderung auf uns: der steile und steinige Trail Richtung Veitlahm. Drei von uns bestanden den Test und holperten und rutschen auf dem Bike zu Tal, die anderen gingen lieber ein kleines Stück zu Fuß bevor sie aufstiegen. Über Höfstätten, Burghaig, Melkendorf und Steinenhausen erreichten wir auf kleinen Wegen Mainleus, wo wir mit einem Umtrunk belohnt wurden und auf die wunderbaren Tage und die gute Gemeinschaft anstießen. Alle waren begeistert und voll des Lobes für Gerds tolle Programmgestaltung und für sein Geschick, bei jedem Teilnehmer ungeahnte Fähigkeiten zu wecken und dabei auch noch viel Spaß zu haben. Danke für alles! Wir hoffen auf eine Fortsetzung…                                                                                                                                        (Uschi Schmidt)