Lawinenrettung

Neue Geräte in unserer Sektion und neue Strategien bei der Bergung

Nachdem sich bei der Überprüfung der alten Mammut Geräte beim Hersteller eine unzureichende Funktion ergab, erhielten wir von dieser Firma das Angebot, die alten VS - Geräte gegen Aufzahlung auf aktuelle Technik zu tauschen. Nachdem mit dem Wissen um die schlechte Funktion die alten Geräte sowieso nicht mehr guten Gewissens hätten ausgeliehen werden können, entschieden wir uns für den Austausch.

Mittlerweile haben wir damit nun fünf Geräte der Firma Arva (davon zwei mit modernster Drei - Antennen - Technik) und drei neue Geräte der Firma Mammut. Diese drei Geräte haben, neben der Drei - Antennen - Technik, zusätzlich sogar einen “Vitalitätssensor“, mit dem erkannt werden kann, ob ein Verschütteter noch am Leben ist.

Natürlich muss es immer oberste Priorität sein, gar nicht erst in die Situation einer Verschüttung zu kommen, doch auch mit allergrößter Vorsicht und viel Erfahrung kann das Schlimmste passieren. Interessant dazu war auch der Bericht aus der Sendung „Bergauf – Bergab“ im dritten Programm des Bayerischen Fernsehens. Bei Filmaufnahmen wurden dabei 3 Teilnehmer von einer Lawine erfasst, und das, obwohl am Team drei staatlich geprüfte Bergführer beteiligt waren.

Die Erkenntnis, dass eine Lebendbergung innerhalb der ersten 15 Minuten nach der Verschüttung sehr wahrscheinlich ist, anschließend aber rasch abnimmt, ist ja nicht mehr neu. Neu ist jedoch, dass Versuche ergeben haben, dass nicht mehr die Suche das hauptsächliche Zeitkriterium ist. Die Suche geht mit den neuen Geräten sicher und rasch. Als wesentlich hat sich jedoch das Ausgraben erwiesen. Ein „einfaches Loch“ führt nämlich nicht zum Erfolg. Neue Erkenntnisse zeigen, dass nur im Team erfolgreich gearbeitet werden kann. Beim Graben wird nun in einer Dreiecksformation vorgegangen, bei der der vorderste Schaufler nur Schnee nach hinten „wegbaggert“. Möglichst viele Kameraden erweitern dann im Dreieck das Grabungsfeld und räumen den nach hinten geworfenen Schnee weg. Auf diese Methode kann man den Verschüttenden beim Auffinden schnell befreien und versorgen.

Bei diesen Untersuchen fiel zudem auf, dass einfache Plastikschaufeln für die Grabarbeit viel zu schwach dimensioniert sind und schnell brachen. Gut waren hier nur Schaufeln mit gehärteten Metallblättern – eine lohnende Investition für jeden Tourengänger.

Neben Schaufel und VS - Gerät gehört als drittes noch eine Sonde in den Rucksack, ohne die sich ein Verschütteter nicht genau orten lässt. So ausgestattet ist man für den hoffentlich nie eintretenden Ernstfall gerüstet.

Übrigens: Üben der Suche tut auch mit den neuen Geräten Not! Wer sich also versuchen will, ist herzlich eingeladen, die Geräte auszuleihen, oder mit einem der Fachübungsleiter Skitour (H. P. Lautner oder T. Zapf) einen Termin für eine Übungseinheit zu vereinbaren.