Die Uhus unterwegs

In Bayerns hohen Norden zog es die „Uhus“ im Herbst. Halt - so ganz stimmt das nicht. Eigentlich zog es uns ja in den Süden, ins Kaisergebirge. Zum Glück studierten wir vorher gründlich den Wetterbericht. So blieb es uns erspart, bei schlechtem Wetter auf der Hütte festzusitzen.

Als Alternative hatten Mechthild und Heinz Müller die Rhön ausgeguckt. Zum Glück studierten wir auch hier den Wetterbericht gründlich - und hatten folglich lange Unterhosen im Rucksack. Deshalb blieb es uns erspart, auch dort festzusitzen. Stattdessen erkundeten wir das thüringisch- hessisch-bayerische Grenzgebiet rund um Frankenheim und Birx, zwei Orte, in denen die Tristesse des ehemaligen Grenzlandes auch 20 Jahre nach dem Mauerfall noch zu erahnen ist.

Unser Regen-Marsch zum Ellenbogen (der mit 814 Metern höchsten Erhebung der Thüringer Rhön) und in den alten Basaltbruch wurde deshalb nicht nur zu einer geologisch und botanisch, sondern auch historisch interessanten Exkursion. Ein unbestrittenes Highlight am Ende der Tour: In der Jugendherberge in Hilders war gut geheizt!

Empfehlenswert für alle Rhönbesucher ist der Rundgang durch das Schwarze Moor mit seinem Kolken und Schwimmrasen-Flächen. Der Fremdenverkehrsverband hat dort ganze Arbeit geleistet und das Hochmoor mit einem Bohlenweg samt vielen Infotafeln erschlossen, so dass der Besucher dieses Stück Rhön nicht nur trockenen Fußes, sondern auch um einiges schlauer wieder verlässt. Auch hier waren wir froh über warme Hosen und Regenjacken. Düstere Wolken und Nebelfetzen ließen immer wieder einmal an Droste-Hülshoff denken: „Schaurig ist‘s, übers Moor zu gehn....“. Vielleicht hätten Sonnenschein und blauer Himmel zu diesem Ausflug ja gar nicht gepasst!

Katrin Geyer