Familiengruppe im Ötztal

Die Kulmbacher haben Wort gehalten – und sind ins Ötztal zurückgekehrt. Nachdem im letzten Jahr eine kleine Vorhut die Familien- und Sporttauglichkeit dieser Region getestet hat, ist die Familiengruppe der DAV-Sektion Kulmbach mit 13 Kindern und 15 Erwachsenen im Zeitraum 30.08. – 05.09.2009 erneut nach Süden aufgebrochen.

Ausgangspunkt für unsere vielfältigen Aktionen war wieder das Gästehaus Edelweiß in Sautens, das extra für uns in den letzten Monaten an- und umgebaut wurde und jetzt auch ein Spielzimmer, u. a. mit Kicker und Billard, zu bieten hat. Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm mit Klettergarten- und -steigen, Wanderungen ins Hochgebirge, Erkundungstouren in die Zeit von „Ötzi“ im gleichnamigen Dorf bei Umhausen, boten viele spannende Möglichkeiten, den Bergen und was dazugehört ein Stück näher zu kommen.

Besonders hervorzuheben ist dabei der Klettersteig am Stuibenfall, der mit seinem atemberaubenden Blick auf den 159 m in die Tiefe stürzenden Horlachbach die Kletterer in seinen Bann zieht. Er bietet abwechslungs- und genussreiches Klettersteigen. besonders bei der Schlusspassage per Drahtseil über die Abbruchkante des tobenden Wildbaches, blieb so manche Hose der Kletterer nicht ganz trocken. Der Steig bietet aber auch für Familien mit Kindern eine prima Möglichkeit, diese Form des Bergsports gut gesichert und doch sportlich ambitioniert zu erleben. Wer trotzdem mal etwas Ruhe zwischendurch benötigt, für den wurde mitten im Klettersteig eine Ruhebank aufgestellt, von der aus man den Wasserfall besonders gut auf sich wirken lassen kann.

Ein weiterer Programmhöhepunkt war die Wanderung von der Bergstation der Hohenmut-Seilbahn Richtung Gais- und Rotmoosferner. Dafür hat Hape Lautner eine einheimische Führerin eingeladen, die mit geologischen und botanischen Kenntnissen, aber auch mit vielen Infos und Geschichten über den spät zu Ruhm gekommenen Mann aus dem Eis nicht nur die Kinder beeindruckte.

Bei diesem Ausflug mit einem Panorama-Blick auf Hochfirst, Seelenkogel und Eiskögele konnten wir sehr gut die Entwicklung und Bewegung der beiden Gletscher aus der Nähe betrachten. Es ist schon beeindruckend und zugleich erschreckend, wie stark sich die Gletscher besonders in den letzten Jahren zurückgezogen haben. Beim Abstieg durch einen seltenen Zirbenwald lagen noch andere „Große“ der Region (z. B. Spiegelkogel, Firmisanschneide und Ramolkogel), die größtenteils auch noch Gletscher zeigen, in unserem Blickfeld. Für die Kletterer und Klettersteiggeher gab es an der Naturkletterwand in Oberried sowie am Lehner Wasserfall auch noch einiges zu tun. Besonders die Jüngeren kamen an den Kletterrouten Hexe Lilli, Snorre, etc. ganz schön ins Schwitzen. Mamas und Papas haben sich hauptsächlich beim Sichern bzw. Coachen von der „Liegewiese“ aus in Szene gesetzt, was bei dem sonnigen Wetter und der herrlichen Umgebung äußerst angenehm war. Auch wenn die Kletterstrecken nur kurz sind, können die angehenden Bergfexe schon viel Technik und Ehrgeiz entwickeln. Hape Lautner und Mario Sterzer, die beide wieder als umsichtige und motivierende Begleiter agiert haben, testeten in diesem Jahr den Reinhard-Schiestl-Klettersteig. Dieser sollte aber wegen seiner äußerst anspruchsvollen Routenführung nur von ganz erfahrenen Spezialisten begangen werden.

Etwas beschaulicher ging es bei der Fahrt mit der Seilbahn nach Hochötz und dem anschließenden  Marsch über die Bielefelder Hütte zur Acherberg Alm mit Abstieg nach Oetz zu.  Dabei konnten wir noch eine stattliche Menge Pfifferlinge sammeln, die abends in der Hausküche verarbeitet und in einer leckeren Pasta gelandet sind.

Zum Abschluss der Woche gab es dann noch eine Tour durch die Rosengartenschlucht in Imst mit abschließender Fahrt auf dem Alpine-Coaster, der längsten Alpen-Achterbahn der Welt (Streckenlänge 3535 m; Höhendifferenz 500 m; Fahrzeit ca. 10 – 12 Minuten). Ein wirklich passender Abschluss! Zusammenfassend war der Ausflug der Familiengruppe wieder das Jahres-Highlight aus dem Programm. Bestens organisiert und durch die vielen Angebote sicherlich auch für jeden Teilnehmer abwechslungsreich und herausfordernd zugleich! Hervorzuheben ist auch die prima Betreuung der Gruppe durch Familie Hackl vom Gästehaus Edelweiß in Sautens, die ihr Haus exklusiv für uns Kulmbacher zur Verfügung gestellt hat. Trotz der oft angekündigten Regenschauer blieb das Wetter in der Woche insgesamt sehr schön. Na ja, wenn Engel reisen...

Wolfgang Dollhopf